Modulation
Bildet Bits beziehungsweise Symbole auf physikalische Signalzustände ab. Sie macht die Übertragung über Funk erst möglich.
Wie aus digitalen Bits ein Funksignal wird, warum Redundanz Fehler korrigiert und weshalb die höchste Datenrate nicht immer die beste Verbindung liefert.
Digitale Daten bestehen aus 0 und 1. Eine elektromagnetische Welle besitzt dagegen physikalische Eigenschaften wie Amplitude, Frequenz und Phase. Der Sender muss die Bits daher in unterscheidbare Signalzustände übersetzen.
Bildet Bits beziehungsweise Symbole auf physikalische Signalzustände ab. Sie macht die Übertragung über Funk erst möglich.
Ergänzt mathematische Redundanz. Der Empfänger kann damit Übertragungsfehler erkennen und teilweise korrigieren.
Modulation ist die gezielte Veränderung einer Trägerwelle. Eine idealisierte Sinusschwingung kann so beschrieben werden:
Stärke beziehungsweise Auslenkung der Welle.
Anzahl der Schwingungen pro Sekunde.
Zeitliche Lage einer Schwingung gegenüber einer Referenz.
Ein Bit ist 0 oder 1. Ein Symbol ist ein übertragener Signalzustand und kann mehrere Bits repräsentieren. Bei M möglichen Zuständen gilt:
| Verfahren | Zustände M | Bits pro Symbol | Grundcharakter |
|---|---|---|---|
| BPSK | 2 | 1 | sehr robust |
| QPSK | 4 | 2 | robust |
| 16-QAM | 16 | 4 | ausgewogen |
| 64-QAM | 64 | 6 | hohe Datenrate |
| 256-QAM | 256 | 8 | sehr hohe Anforderungen |
| 1024-QAM | 1.024 | 10 | ausgezeichnete Bedingungen nötig |
| 4096-QAM | 4.096 | 12 | extrem geringe Fehlertoleranz |
Bei einer Million Symbolen pro Sekunde liefert 16-QAM theoretisch 4 Mbit/s, weil jedes Symbol vier Bits repräsentiert. QPSK liefert bei gleicher Symbolrate 2 Mbit/s.
BPSK nutzt zwei Phasenzustände und überträgt ein Bit je Symbol. QPSK nutzt vier Phasenzustände und überträgt zwei Bits. Größere Abstände zwischen den Zuständen erhöhen die Robustheit.
Quadrature Amplitude Modulation verändert Amplitude und Phase gemeinsam. Dadurch entstehen viele unterscheidbare Zustände und eine hohe spektrale Effizienz.
Ein QAM-Signal wird durch eine In-Phase-Komponente I und eine um 90° versetzte Quadratur-Komponente Q beschrieben. Jeder Punkt im Konstellationsdiagramm steht für eine bestimmte Bitfolge.
In realen Messungen entstehen Punktwolken um die Sollpositionen. Ursachen sind Rauschen, Interferenzen, Mehrwegeausbreitung, Phasenrauschen oder nichtlineare Verstärker. Die Error Vector Magnitude (EVM) beschreibt die Abweichung vom idealen Punkt: Je kleiner die EVM, desto sauberer das Signal.
Benachbarte Konstellationspunkte werden meist so beschriftet, dass sie sich nur in einem Bit unterscheiden, zum Beispiel 00011110. Ein falsch erkannter Nachbarpunkt erzeugt dadurch möglichst nur einen Bitfehler. Gray-Codierung ist jedoch keine Fehlerkorrektur.
Ein Funkkanal ist niemals vollständig störungsfrei. Forward Error Correction (FEC) ergänzt deshalb berechnete Redundanzbits. Der Empfänger kann bestimmte Fehler korrigieren, ohne das Paket erneut anzufordern.
| Coderate | Nutzdatenanteil | Redundanz | Robustheit |
|---|---|---|---|
| 1/2 | 50 % | hoch | hoch |
| 2/3 | 66,7 % | mittel | mittel bis hoch |
| 3/4 | 75 % | geringer | geringer |
| 5/6 | 83,3 % | sehr gering | niedrig |
Convolutional Codes erzeugen einen kontinuierlichen Strom aus Nutz- und Prüfbits. Ein Viterbi-Decoder bestimmt daraus die wahrscheinlichste ursprüngliche Bitfolge.
Low-Density Parity-Check Codes nutzen Paritätsbeziehungen und iterative Dekodierung. Sie bieten eine leistungsfähige Fehlerkorrektur, können aber kein beliebig schlechtes Funksignal retten.
Modulation legt die Anzahl kodierter Bits je Symbol fest. Die Coderate bestimmt, welcher Anteil davon Nutzinformation ist.
| Beispiel | Rechnung | Nutzbits pro Symbol |
|---|---|---|
| QPSK, Rate 1/2 | 2 · 1/2 | 1 |
| 64-QAM, Rate 3/4 | 6 · 3/4 | 4,5 |
| 256-QAM, Rate 5/6 | 8 · 5/6 | ca. 6,67 |
Ein MCS kombiniert Modulationsverfahren und Coderate. Die tatsächliche PHY-Datenrate wird zusätzlich durch Kanalbandbreite, Guard Interval, OFDM-Parameter und Anzahl der Spatial Streams bestimmt.
Orthogonal Frequency Division Multiplexing teilt einen breiten Funkkanal in viele schmale, mathematisch orthogonale Unterträger. Diese werden einzeln beispielsweise mit QPSK oder QAM moduliert.
Ein Schutzzeitraum reduziert Intersymbolinterferenz durch Laufzeitunterschiede. Ein längeres Intervall ist robuster, senkt aber die zeitliche Effizienz.
Gruppen von Unterträgern, sogenannte Resource Units, können verschiedenen Stationen zugewiesen werden. Das verbessert vor allem bei vielen kleinen Übertragungen die Airtime-Effizienz.
Endgeräte wählen das MCS dynamisch. Gute Bedingungen ermöglichen höhere QAM-Stufen, höhere Coderaten und gegebenenfalls kürzere Guard Intervals. Bei schlechteren Bedingungen wird zugunsten der Robustheit zurückgeschaltet.
Beschreibt die empfangene Signalstärke, garantiert allein aber keine gute Verbindung.
Beschreibt unerwünschte Energie im betrachteten Empfangsbereich.
Abstand zwischen Nutzsignal und Rauschen: SNR = Signalpegel − Rauschpegel.
Konkrete MCS-Grenzwerte sind nicht universell. Sie hängen unter anderem von Standard, Chipsatz, Kanalbandbreite, Empfänger, Interferenzen und gewünschter Paketfehlerrate ab.
Mehrere Antennen können unter geeigneten Bedingungen mehrere räumlich getrennte Datenströme übertragen. Die Zahl der Antennen entspricht jedoch nicht automatisch der Zahl nutzbarer Spatial Streams.
Von der Brutto-Datenrate gehen unter anderem Präambeln, Header, Bestätigungen, Interframe Spaces, Kontention, Verschlüsselungsinformationen und Wiederholungen ab.
| Verbindung | PHY-Rate | Wiederholungen | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Hohe MCS, instabil | 1.200 Mbit/s | 30 % | hoher Airtime-Verlust möglich |
| Niedrigere MCS, stabil | 800 Mbit/s | 2 % | kann höheren Nutzdurchsatz liefern |
| Behauptung | Fachliche Einordnung |
|---|---|
| „Mehr QAM bedeutet mehr Reichweite.“ | Falsch. Höhere QAM-Stufen benötigen bessere Signalqualität und werden typischerweise bei günstigen Bedingungen verwendet. |
| „Ein starkes Signal ist immer eine gute Verbindung.“ | Falsch. Interferenzen, Kollisionen und hohe Kanalauslastung können trotz hohen RSSI zu schlechter Leistung führen. |
| „OFDM ist eine Modulationsstufe wie 64-QAM.“ | Falsch. OFDM organisiert viele Unterträger; diese werden unter anderem mit QAM moduliert. |
| „Die höchste Linkrate ist immer am schnellsten.“ | Falsch. Viele Retries können den Nettodurchsatz einer hohen, instabilen Rate stark reduzieren. |
| „Kodierung und Verschlüsselung sind dasselbe.“ | Falsch. Kanalkodierung korrigiert Übertragungsfehler; Verschlüsselung schützt Daten vor unbefugtem Lesen. |