Funkzugang
Client authentifiziert beziehungsweise assoziiert sich mit dem WLAN. Open, OWE, WPA2 oder WPA3 bestimmen die Funkseite.
Captive Portals sicher entwerfen, integrieren und betreiben – vom Pre-Authorization-Datenpfad über Mist Hosted, External Portal und SAML-SSO bis zu Walled Garden, Fail-open, Datenschutz und paketbasierter Fehlersuche.
Client authentifiziert beziehungsweise assoziiert sich mit dem WLAN. Open, OWE, WPA2 oder WPA3 bestimmen die Funkseite.
Ein Webablauf entscheidet, ob und wie lange der bereits verbundene Client Netzfreigabe erhält.
VLAN, Isolation, Firewall und WxLAN bestimmen, welche Ziele nach der Freigabe erreichbar sind.
Ein klassisches Open-WLAN mit Captive Portal verschlüsselt die Funkstrecke nicht. Das Portal schützt lediglich seinen eigenen HTTPS-Verkehr und steuert den Zugriff. OWE kann individuelle Funkverschlüsselung ohne gemeinsames Passwort bereitstellen, identifiziert den Benutzer aber ebenfalls nicht.
| Option | Identität/Interaktion | Abhängigkeiten | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Direct Access | keine Portalanmeldung | nur normaler IP-Dienst und Policy | bewusst anonymer, einfacher Gastzugang |
| Custom Guest Portal | Mist-gehostetes Formular; optionale Codes, Sponsor oder Social Sign-in | Mist Guest Portal, Cloud, E-Mail/SMS/Provider je Verfahren | schneller standardisierter Gastprozess |
| External Portal | eigene Webanwendung und eigene Geschäftslogik | Portalhosting, TLS, API-Integration, Walled Garden | individuelle Workflows, Branding oder Fremdsysteme |
| SSO with IdP | SAML-Authentifizierung am Identity Provider | IdP, Zertifikat, SAML-App, Portal- und IdP-FQDNs | bekannte Partner, Mitarbeitende oder föderierte Identitäten |
| RADIUS/MAB | MAC-basierte AAA-Autorisierung, optional mit CoA | RADIUS, Policy, Rückrichtung/CoA und Identitätsprozess | externe NAC-/AAA-gesteuerte Gastarchitektur |
Die Wahl folgt nicht der schönsten Anmeldeseite, sondern Identitätsbedarf, Ausfalltoleranz, Datenschutz, vorhandener AAA-/IdP-Landschaft und betrieblicher Verantwortung.
Das Mist-hosted Portal wird direkt im WLAN konfiguriert. Es bietet Gestaltung, Formularfelder, Sprachen, Nutzungsbedingungen und mehrere Autorisierungsverfahren.
Name, E-Mail und Unternehmen können entfernt, verpflichtend oder durch benutzerdefinierte Felder ergänzt werden. Nur fachlich notwendige Daten sollten erhoben werden.
Texte, Feldnamen und Hinweise lassen sich anpassen. Jede produktiv angebotene Sprache muss vollständig und rechtlich konsistent sein.
Logo, Hintergrund, responsives Layout, Nutzungsbedingungen und Opt-out können gestaltet werden.
Die Vorschau prüft Optik und Vollständigkeit, ersetzt aber keinen realen Test mit Betriebssystem-Captive-Browser, DNS und Policy.
Bleiben Nutzungsbedingungen im Layout aktiviert, müssen Text oder Link vollständig hinterlegt sein, bevor die Portalkonfiguration gespeichert werden kann.
| Verfahren | Ablauf | Prüfpunkte |
|---|---|---|
| Click-through/Formular | Gast füllt Felder aus und bestätigt | geringe Identitätsaussage, Einwilligung und Missbrauchsschutz |
| Passphrase | zusätzlicher Portalcode | Ausgabe, Rotation, Weitergabe und Ablauf |
| E-Mail-Code | zeitlich begrenzter Code per E-Mail | Pre-Auth-Zugang zum Maildienst oder zweites Gerät |
| SMS-Code | Code über Mobilfunkprovider/Aggregator | Providerzuverlässigkeit, Kosten, Telefonnummern und Datenschutz |
| Sponsored Access | Sponsor genehmigt oder verweigert Anfrage | Sponsorlisten/-domains, Ablauf der Anfrage, Vertretung und Audit |
| Social Sign-in | Anmeldung über unterstützten externen Anbieter | Provider-App, Redirects, Third-Party-Cookies und Walled Garden |
Codegültigkeit, Sponsor-Anfrage und „Devices remain authorized“ sind unterschiedliche Zeiträume. Sie werden so gewählt, dass ein verspäteter Code nicht unbeabsichtigt eine lange Netzberechtigung erzeugt.
Juniper weist auf unzuverlässige beziehungsweise auslaufende Email-to-SMS-Dienste mancher Mobilfunkanbieter hin und empfiehlt, bei Bedarf einen geeigneten Aggregator zu prüfen.
Beim External Portal liegen Darstellung, Benutzerdaten und Geschäftslogik außerhalb von Mist. Das WLAN leitet den Client zur konfigurierten Portal-URL; nach erfolgreichem Workflow muss die Anwendung die Autorisierung korrekt an Mist zurückgeben.
| Element | Zweck | Sicherheitsregel |
|---|---|---|
| Portal URL | Ziel der Weiterleitung | HTTPS, gültiges Zertifikat, kontrollierte Domain |
| API Secret | Vertrauensanker der Integration | serverseitig speichern, niemals im Browsercode oder Repository |
| Token | bindet Autorisierung an den Vorgang | unverändert und nur vorgesehen verwenden |
| Signature | prüfbare Autorisierungsanfrage | nach Juniper-Beispiel korrekt erzeugen/übergeben |
| Expires | Epoch-Zeit, bis zu der URL gültig ist | kurze Lebensdauer und korrekte Serverzeit |
Juniper stellt Beispielcode und Readme bereit. Dieser dient als Integrationshilfe, muss aber vor Produktion hinsichtlich Fehlerbehandlung, Secret-Schutz, Session-Sicherheit, Logging, Eingabevalidierung und aktueller API-Anforderungen geprüft werden.
Guest-Portal-SSO nutzt SAML 2.0. Mist fungiert im Portalablauf als Service Provider, der IdP authentifiziert den Benutzer und liefert eine signierte Assertion beziehungsweise Response.
| Fehler | Typische Ursache |
|---|---|
| Audience/Recipient mismatch | Portal SSO URL oder Entity-ID nicht exakt übernommen |
| Invalid signature | falsches/abgelaufenes Zertifikat oder Signaturalgorithmus |
| Endlosschleife | Session/Cookie, RelayState, Walled Garden oder falscher Redirect |
| Benutzer abgewiesen | nicht der IdP-Anwendung zugewiesen oder falsche Policy |
| MFA-Seite lädt teilweise | fehlende abhängige Hostnames/CDNs im Pre-Auth-Zugriff |
Alternativ zum integrierten Portal kann ein externer AAA-/NAC-Prozess Clients über MAC Authentication Bypass autorisieren. Die MAC-Adresse ist dabei ein Gerätebezeichner, kein starker Identitätsnachweis.
| Baustein | Prüfung |
|---|---|
| RADIUS Request | NAS-ID/NAS-IP, Calling-Station-ID und Secrets korrekt? |
| Initial Role | nur Portal, DHCP, DNS und notwendige Abhängigkeiten erlaubt? |
| Portalprozess | bindet Benutzeraktion an die richtige Client-MAC/Session? |
| CoA/Disconnect | erreicht Nachricht den richtigen AP und die richtige Session? |
| Post-Auth Role/VLAN | Policy und Datenpfad Ende-zu-Ende vorhanden? |
Bei zentral getunnelten Architekturen kann Cloud-Assisted CoA die Zustellung zum richtigen AP/Client unterstützen. RADIUS-, Mist- und Portalzeitstempel müssen für eine belastbare Diagnose korreliert werden.
Der Walled Garden ist die minimale Positivliste für nicht autorisierte Clients. Er muss vollständig genug für den gewählten Loginprozess und zugleich so klein wie möglich sein.
| Dienst | Vor Autorisierung? | Begründung |
|---|---|---|
| DHCP | ja | Client benötigt IP-Konfiguration |
| DNS | ja, kontrolliert | Portal- und IdP-Namen müssen auflösbar sein |
| Mist Guest Portal | bei Mist-hosted/SSO | regionsspezifischer Portal-FQDN |
| External Portal | bei externer Variante | Portal und notwendige API-/Asset-Domains |
| IdP/MFA | bei SSO | Login, Zertifikatsprüfung, MFA und benötigte CDNs |
| E-Mail/Webmail | gegebenenfalls | E-Mail-Code muss abrufbar sein; besser zweites Gerät berücksichtigen |
| beliebiges Internet | nein | würde die Portalautorisierung faktisch umgehen |
Cloudanbieter und IdPs ändern IP-Adressen und nutzen CDNs. Hostname-Regeln sind oft wartbarer, müssen aber DNS-Verhalten, Wildcards, Subdomains und die tatsächliche Enforcement-Ebene berücksichtigen.
Betriebssysteme prüfen nach der Verbindung bekannte HTTP-/HTTPS-Ziele. Weicht die Antwort vom erwarteten Ergebnis ab, öffnet häufig ein Captive Network Assistant (CNA) das Portal.
| Situation | Auswirkung | Vorgehen |
|---|---|---|
| HTTP-Anfrage | kann kontrolliert zum Portal umgeleitet werden | typischer Trigger für Captive-Erkennung |
| HTTPS zu fremder Domain | TLS-Zertifikat passt nicht zur angeforderten Domain | nicht durch Zertifikatsfehler „umleiten“; OS-Erkennung nutzen |
| HSTS | Browser akzeptiert keinen unsicheren Downgrade/Intercept | bewusst eine HTTP-Testseite aufrufen |
| CNA öffnet nicht | Client bleibt scheinbar ohne Portal | IP/DNS prüfen und eine reine HTTP-URL öffnen |
| bereits autorisiert | Portal erscheint nicht erneut | Client deautorisieren oder Ablauf abwarten |
Juniper empfiehlt bei ausbleibender Splash Page zunächst gültige Client-IP, richtige SSID und Client Events zu prüfen und anschließend gegebenenfalls eine HTTP-Seite wie http://neverssl.com manuell aufzurufen.
OWE statt Open prüfen, sofern Clientmix und gewünschte Bänder es zulassen. Für 6 GHz sind WPA3 oder OWE erforderlich.
HTTPS, gültige Zertifikate, sichere Cookies, CSRF-Schutz, Eingabevalidierung und begrenzte Tokens.
Secrets in Secret Store, Least Privilege, Rate Limits, Logging ohne unnötige Inhalte und gepatchte Komponenten.
Client Isolation, Internet-only, Egress-Filter, DNS-Schutz und keine Erreichbarkeit interner Managementnetze.
| Risiko | Kontrolle |
|---|---|
| MAC-Spoofing | MAC nicht als starke Identität behandeln; sensible Zugriffe zusätzlich authentifizieren |
| Portal-Phishing | eigene vertrauenswürdige Domain, TLS und verständliches Branding |
| Token-Replay | kurze Ablaufzeit, Bindung an Vorgang/Client und serverseitige Validierung |
| Secret-Leak | nie clientseitig ausliefern; Rotation und Zugriffskontrolle |
| Walled-Garden-Escape | minimale Allowlist, Egress-Test und regelmäßige Revision |
| Gast-zu-Gast-Angriff | Peer-to-Peer-Isolation und passende LAN-/Firewall-Kontrollen |
Mit Bypass guest/external portal in case of exception versucht jeder AP das Portal oder den IdP zu erreichen. Ist der Dienst nicht erreichbar, autorisiert der AP die Gäste automatisch.
Verfügbarkeit bleibt hoch, aber die vorgesehene Identitäts-/Zustimmungskontrolle wird im Fehlerfall umgangen. Das ist Fail-open.
Nicht autorisierte Clients erhalten bei Portalausfall keinen vollständigen Zugriff. Kontrolle bleibt erhalten, der Gastdienst ist jedoch gestört. Das ist Fail-closed.
| Bewertung | Frage |
|---|---|
| Schutzbedarf | Welche Ressourcen sind hinter dem Gastnetz erreichbar? |
| Rechts-/Nachweispflicht | Ist Zustimmung oder Identitätsprüfung zwingende Voraussetzung? |
| Verfügbarkeit | Welche Geschäftsfolgen hat ein blockierter Gastzugang? |
| Erkennung | Wird der Bypass-Zustand alarmiert und zeitlich begrenzt? |
| Fallback-Policy | Erhält Fail-open nur eingeschränkten Internetzugang? |
Ein erfolgreiches Portal darf nicht automatisch „Zugriff auf alles“ bedeuten. Gastverkehr erhält ein eigenes Segment und eine ausdrücklich definierte Policy.
Captive Portal, WxLAN, RADIUS-Rolle und Firewall können sich ergänzen. Die wirksame Policy muss jedoch an allen Übergabepunkten konsistent und testbar sein.
Gastportale können Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Unternehmen, MAC-Adressen, Loginzeit und Sponsorentscheidungen verarbeiten. Welche Verarbeitung zulässig ist, hängt vom konkreten Zweck und der Rechtsgrundlage ab und ist organisatorisch beziehungsweise datenschutzrechtlich zu prüfen.
| Grundsatz | Umsetzung |
|---|---|
| Zweckbindung | nur Daten für einen klar definierten Gastzugangszweck erheben |
| Datenminimierung | unnötige Pflichtfelder entfernen |
| Transparenz | verständliche Datenschutz- und Nutzungsinformationen bereitstellen |
| Speicherbegrenzung | Aufbewahrungs- und Löschfristen definieren und umsetzen |
| Zugriffsschutz | Portal-, Sponsor- und Exportrechte begrenzen |
| Auftragsverarbeitung | Cloud-, SMS-, Social-Login- und Portalprovider vertraglich prüfen |
| Betroffenenrechte | Auskunft, Berichtigung und Löschung organisatorisch ermöglichen |
| Bereich | Regelmäßige Kontrolle |
|---|---|
| Portal | Erreichbarkeit, TLS-Zertifikat, Darstellung, Sprachen und Redirect |
| IdP/Social/SMS | API-/App-Registrierung, Zertifikate, Secrets, Provideränderungen und MFA |
| Walled Garden | notwendige FQDNs, entfernte Altregeln und ungewollte Freigaben |
| Autorisierung | Dauer, aktive Gäste, Sponsoren, Deauthorization und Missbrauch |
| Policy | IPv4/IPv6-Isolation, Egress, DNS und interne Sperrziele |
| Datenschutz | Felder, Einwilligungstexte, Exporte und Löschfristen |
| Change | Pilot, Clientmatrix, Rollback und mögliche Radio-/Clientunterbrechung |
iOS/iPadOSAndroidWindowsmacOSChromeOSverwaltete ClientsPrivate MAC
Getestet werden Erstlogin, erneute Verbindung, Ablauf, Roaming, MAC-Randomisierung, MFA, Zertifikatswechsel, Portal-/IdP-Ausfall und Deauthorization.
| Symptom | Wahrscheinliche Ebene | Erster Beweis |
|---|---|---|
| Portal öffnet gar nicht | IP, DNS, CNA oder bereits autorisiert | Client Events und HTTP-Test |
| Portal ohne Bilder/Buttons | Walled Garden blockiert Assets/CDN | Browser-Netzwerklog und DNS-Capture |
| E-Mail-Code kommt nicht | Mailzustellung oder Codegültigkeit | Versandlog, Spam und Zeitstempel |
| SSO-Endlosschleife | SAML, Cookie, RelayState oder ACS | SAML-Trace und IdP-Logs |
| Login erfolgreich, kein Internet | Authorization State, VLAN oder Post-Auth-Policy | Mist Client Timeline und Firewalllog |
| ein Gerät umgeht Portal | alte Autorisierung oder MAC-Wechsel | aktuelle Client-MAC und Guest Authorization |
| alle Gäste plötzlich frei | Bypass/Fail-open aktiv | Portal-/IdP-Reachability und AP Events |
| Behauptung | Bewertung | Fachliche Einordnung |
|---|---|---|
| „Ein Captive Portal verschlüsselt das WLAN.“ | Falsch | Funkverschlüsselung wird durch Open/OWE/WPA bestimmt. |
| „HTTPS kann immer auf das Portal umgeleitet werden.“ | Falsch | TLS, Zertifikatsnamen und HSTS verhindern einen transparenten fremden Redirect. |
| „Walled Garden bedeutet freies Internet vor Login.“ | Falsch | Er ist eine minimale Positivliste notwendiger Ziele. |
| „MAC-Adresse ist eine sichere Benutzeridentität.“ | Falsch | MACs sind sichtbar, spoofbar und werden häufig randomisiert. |
| „Bypass verbessert nur die Verfügbarkeit.“ | Falsch | Er autorisiert bei Fehler automatisch und verändert das Sicherheitsmodell. |
| „SSO für Gäste ist dasselbe wie Mist-Admin-SSO.“ | Falsch | Es sind getrennte Anwendungen, Zielgruppen und Vertrauensbeziehungen. |
Stand der fachlichen Prüfung: August 2026. Portaloptionen, Providerintegrationen, Cloud-FQDNs und Benutzeroberfläche können sich ändern; für produktive Konfiguration gilt die aktuelle Dokumentation der verwendeten Mist-Region sowie der beteiligten IdP-, SMS- und Portalprovider.