Schulungsmaterial · Juniper Mist

Juniper Mist – Marvis-Abfragen

Natürliche Sprache und Marvis Query Language gezielt einsetzen: Abfragen sauber strukturieren, Geräte und Ereignisse finden, zählen und priorisieren, Roaming und Auslastung untersuchen sowie Ergebnisse technisch validieren.

1. Lernziele

  • Conversational Assistant und Marvis Query Language unterscheiden,
  • Query Type, Object, Value, Clause, Filter und Duration erklären,
  • LIST, COUNT, RANK, LOCATE und TROUBLESHOOT passend auswählen,
  • STATUSOF, ROAMINGOF und UTILIZATIONOF einordnen,
  • Wireless-, Wired- und Mist-Edge-Abfragen formulieren,
  • mehrdeutige Namen, Scope und Zeitraum beherrschen,
  • Tabellenergebnisse und CSV-Exporte korrekt interpretieren,
  • Marvis-Ergebnisse über SLEs, Insights und Events validieren.
Leitfrage: Welcher Abfragetyp liefert für die konkrete Betriebsfrage die kleinste, eindeutig definierte und technisch überprüfbare Ergebnismenge?

2. Zwei Wege zur Abfrage

Conversational Assistant

Freie natürliche Sprache mit Rückfragen und Folgekontext. Geeignet für Erklärungen, Suche, Dokumentation und geführtes Troubleshooting.

Marvis Query Language

Strukturierte, vom Portal geführte Abfrage. Geeignet für Listen, Counts, Rankings, Geräte-/Eventdaten und reproduzierbare Auswertungen.

KriteriumConversationMQL
Eingabenatürliche Sprachevorgegebene Query-Elemente
Antworterklärend und dialogorientierthäufig Tabelle, Grafik oder Rohdaten
Reproduzierbarkeitvom Dialogkontext abhängigQuery String kann mit Export erhalten bleiben
Stärkeunscharfe Frage eingrenzendefinierte Datenmenge untersuchen
EinstiegMarvis-Symbol im PortalMarvis → Marvis Actions → Ask a Question
Conversation erklärt   |   MQL selektiert, zählt, priorisiert und untersucht

3. Voraussetzungen und Sichtbarkeit

Welche Abfragen, Objekte und Ergebnisse verfügbar sind, hängt von Subscription, Rolle, Sitezugriff, betriebenen Netzwerkdomänen und vorhandener Telemetrie ab.

  • aktive Marvis-Subscription für die benötigte Funktion
  • Zugriff auf die betroffenen Organisationen und Sites
  • Geräte sind geclaimt, einer Site zugewiesen und liefern Telemetrie
  • Wireless-, Wired-, WAN- oder Mist-Edge-Domain ist tatsächlich vorhanden
  • Objektnamen beziehungsweise MAC-Adressen sind eindeutig auflösbar
  • Zeitraum liegt innerhalb der verfügbaren Datenhistorie

Für den Conversational Assistant nennt Juniper ein Konto mit Zugriff auf alle Sites der Organisation als Voraussetzung. Für API-Troubleshooting nennt Juniper unter anderem Organization-level Marvis, einen gültigen Observer-API-Token und je nach Abfrage Device-MAC oder Site-ID/-Name.

Leeres Ergebnis ist kein Gegenbeweis: Es kann bedeuten, dass kein passendes Ereignis existiert – oder dass Scope, Rechte, Objekt, Zeitraum beziehungsweise Datenquelle nicht passen.

4. Aufbau der Marvis Query Language

Juniper beschreibt eine MQL-Abfrage als Kombination mehrerer Elemente. Nicht jede Abfrage benötigt jedes Element; die Oberfläche bietet nach einem Leerzeichen die jeweils zulässigen Folgeschritte an.

Query Type+Query Object / Value+Clause+Filter+Duration
ElementFunktionBeispiele
Query Typegewünschte OperationLIST, COUNT, RANK, LOCATE, TROUBLESHOOT
Query ObjectMist-definierte Entität oder EreignisklasseAPs, ApEvents, Clients, ClientEvents, Switches
Valueorganisationsspezifischer konkreter WertAP-Name, Site-Name, Clientname
Clauseverbindet oder qualifiziertWITH, BY, OF
Filter Typegrenzt die Ergebnismenge einSite, AccessPoint, Problem, Event Type
Durationzeitliche BegrenzungDURING <time duration>
QUERY_TYPE OBJECT/VALUE [CLAUSE FILTER VALUE] [DURING TIME]

Die Schreibweise in dieser Unterlage zeigt Muster. Verbindlich ist die im eigenen Portal angebotene Autovervollständigung, da Juniper Objekte und Filter erweitert.

5. Eine strukturierte Abfrage erstellen

1. Betriebsfrage
Soll Marvis Details listen, die Menge zählen, eine Rangfolge bilden, ein Objekt lokalisieren oder einen Fehler untersuchen?
2. Query Type
Passende Operation auswählen und Leerzeichen drücken.
3. Object oder Value
Nur die vom Portal angebotene Entität beziehungsweise das konkrete Objekt wählen.
4. Scope
Site, AP, Client, Switch, Mist Edge oder andere verfügbare Filter ergänzen.
5. Duration
Bei Ereignissen und Fehlern den relevanten Zeitraum begrenzen.
6. Ergebnis
Zeilen, Einheiten, Sortierung und Scope kontrollieren.
7. Drill-down
Von Tabelle oder Grafik zu Insights, SLEs, Event oder Troubleshoot wechseln.
8. Dokumentieren
Query String, Exportzeit, Zeitzone und Befund sichern.

6. LIST – Details anzeigen

LIST liefert einzelne Entitäten oder Events mit ihren Details. Es ist die richtige Wahl, wenn die konkreten Treffer wichtiger sind als nur deren Anzahl.

LIST ClientEvents WITH AccessPoint <AP name> DURING <time duration>

Clientereignisse eines bestimmten APs im gewählten Zeitraum.

LIST ApEvents WITH AccessPoint <AP name>

AP-Ereignisse für einen konkreten Access Point.

LIST WiredClients WITH Site <site name>

Wired Clients einer Site.

LIST MistEdges WITH Site <site name>

Mist Edges einer Site.

Geeignete Verwendung

  • Ereignisse einer Fehlerphase vollständig ansehen
  • betroffene Geräte oder Clients identifizieren
  • Eigenschaften und Zustände tabellarisch vergleichen
  • von einem Treffer in Insights oder Troubleshooting verzweigen

7. COUNT – Menge bestimmen

COUNT verwendet grundsätzlich eine ähnliche Struktur wie LIST, liefert aber die Anzahl passender Objekte oder Ereignisse. Von einem Count kann bei unterstützten Ergebnissen zur Eventliste gewechselt werden.

COUNT ClientEvents WITH AccessPoint <AP name> DURING <time duration>COUNT WiredClients WITH Site <site name>COUNT MistEdgeEvents WITH Site <site name>

COUNT beantwortet

  • Wie groß ist der Scope?
  • Ist das Ereignis einmalig oder gehäuft?
  • Welche Site oder Zeitspanne ist stärker betroffen?
Count ohne Nenner: 100 Fehlerereignisse sind ohne Clientanzahl, Traffic, Zeitraum und Wiederholungen pro Objekt nicht automatisch schwerwiegender als 20.

8. RANK – Prioritäten sichtbar machen

RANK sortiert Entitäten nach einer Metrik oder Count-Dimension. Es eignet sich für die Suche nach Top-Talkern, besonders häufig betroffenen Objekten oder auffälligen Konfigurationsgruppen.

RANK Clients BY AuthenticationFailures

Konzeptionelles Beispiel aus der Juniper-Dokumentation: Clients nach Authentifizierungsfehlern priorisieren. Die exakten angebotenen Elemente werden in der Portal-Auswahl bestimmt.

RANK MistEdges BY TunnelCountRANK MistEdges BY MistEdgeEventsCountRANK MistEdgeEventTypes BY MistEdgeEventsCount

Ranking richtig lesen

PrüfungWarum?
SortiermetrikCount, Rate, Auslastung oder anderes Maß nicht verwechseln
Zeitraumlange Zeiträume bevorzugen häufig aktive Objekte
ScopeOrganization-Ranking und Site-Ranking sind nicht vergleichbar
Expositionviele Fehler können aus sehr vielen Sessions entstehen
Drill-downTop-Platz ist Startpunkt, kein Root-Cause-Beweis

9. TROUBLESHOOT – Ursache eingrenzen

TROUBLESHOOT kann laut Juniper für Client, AP oder Site verwendet und auf ein Problem beziehungsweise einen Zeitraum begrenzt werden.

TROUBLESHOOT <client/site/AP name>TROUBLESHOOT <client/site/AP name> WITH Problem SlowToConnectTROUBLESHOOT <client/site/AP name> WITH Problem UnableToConnect DURING <time duration>

Das Ergebnis kann Ursache, Band, WLAN und Service-Level-Informationen enthalten. Kategorien lassen sich weiter öffnen, um Details und betroffene Objekte zu prüfen.

TROUBLESHOOT = Analyse eines konkreten Objekts   |   LIST = Auswahl konkreter Datensätze
Namen eindeutig wählen: Gleichnamige APs oder Sites sowie wechselnde Clientnamen können zur falschen Objektauflösung führen. MAC-Adresse, Sitekontext und angezeigte Identität gegenprüfen.

10. STATUSOF – problematische Clients priorisieren

STATUSOF zeigt Clients mit Verbindungsproblemen und ordnet die am stärksten betroffenen Clients zuerst ein. Juniper empfiehlt die Abfrage als möglichen Startpunkt einer Troubleshooting-Session.

STATUSOF Clients WITH Site <site name>STATUSOF Clients WITH Problem Capacity

Je nach verfügbarer Auswahl können Problemfelder wie Coverage, Throughput oder Connectivity eingegrenzt werden. Vom Clientergebnis geht der Drill-down zu Service Levels, Insights oder TROUBLESHOOT.

Interpretation

  • Clientranking mit User Impact abgleichen
  • Site- und WLAN-Kontext kontrollieren
  • ein dauerhaft schlechtes Gerät von siteweiter Störung unterscheiden
  • Clientfähigkeiten und Treiber als mögliche Domäne berücksichtigen

11. ROAMINGOF – Clientroaming visualisieren

ROAMINGOF stellt den Weg eines Clients zwischen APs grafisch dar. Rohdaten können unter anderem Zeitpunkt, WLAN, Band, alter/neuer AP und RSSI-Änderung zeigen.

ROAMINGOF <client name> DURING <time interval>
PrüfungFachliche Frage
Roam-ZeitpunktPasst er zur gemeldeten Unterbrechung?
Old/New APIst der Übergang topologisch plausibel?
RSSI vor/nachVerbessert oder verschlechtert sich die Funklage?
Band/WLANWar es reines Roaming oder zusätzlich Band-/SSID-Wechsel?
CliententscheidungWelche Scans, Schwellen und Fähigkeiten besitzt der Client?
Roaming-Grundsatz: Die Auswahl des neuen APs trifft grundsätzlich der Client. Die Infrastruktur beeinflusst sie durch RF-Design, Nachbarinformationen und Roaminghilfen.

12. UTILIZATIONOF – Funknutzung untersuchen

UTILIZATIONOF zeigt die von einem AP ausgestrahlten Kanäle und deren Nutzung in 2,4-, 5- und 6-GHz-Bändern. Über Show Channels kann die Ansicht nach einzelnen Kanälen aufgelöst werden.

UTILIZATIONOF <AP name>

Was Channel Utilization nicht allein beantwortet

  • welcher Anteil durch eigenen BSS-Traffic entsteht,
  • ob Wi-Fi- oder Non-Wi-Fi-Interferenz dominiert,
  • ob Clients wegen niedriger Datenraten viel Airtime benötigen,
  • ob die Anwendung tatsächlich beeinträchtigt ist.

Die Abfrage wird deshalb mit Capacity SLE, RF-/AP-Insights, Clientdaten und RRM-Events korreliert.

13. LOCATE – Site, AP oder Client finden

LOCATE findet Sites, APs oder Clients. Für Sites verwendet Marvis die unter Site Configuration hinterlegte Kartenposition; APs und Clients können auf dem Floorplan dargestellt werden.

LOCATE <site/AP/client>

Das Ergebnis kann zusätzliche Informationen sowie Links zu Insights, Service Levels und Troubleshoot enthalten.

Voraussetzungen für belastbare Positionen

  • korrekte Siteadresse und Geoposition
  • aktueller Floorplan mit Maßstab
  • APs exakt positioniert und orientiert
  • Clientlokalisierung durch ausreichende Infrastruktur unterstützt
  • Zeitbezug zwischen letzter Sichtung und aktueller Position beachtet

14. Wireless-Abfragemuster

BetriebsfrageGeeigneter Einstieg
Welche Clients haben Probleme?STATUSOF Clients WITH Site <site>
Warum verbindet sich Client X nicht?TROUBLESHOOT <client> WITH Problem UnableToConnect DURING <time>
Welche Clientevents sah AP X?LIST ClientEvents WITH AccessPoint <AP> DURING <time>
Wie roamte Client X?ROAMINGOF <client> DURING <time>
Wie ausgelastet sind die Radios von AP X?UTILIZATIONOF <AP>
Wo befindet sich Client oder AP?LOCATE <object>

AP-Inventar und RF-Parameter

Juniper dokumentiert für LIST, COUNT und RANK AP-spezifische Parameter wie Ethernet Port Speed, LLDP Allocated/Negotiated Power, External IP Address sowie Tx Power und Channel für 2,4, 5 und 6 GHz. Die Portalvorschläge bestimmen die genaue Syntax.

15. Wired-Abfragemuster

LIST WiredClients WITH Site <site name>

Inventar der Wired Clients als Ausgangspunkt.

LIST SwitchEvents WITH SwitchEventType <event type> DURING <time>

Muster zur Suche nach Switchereignissen – beispielsweise relevanten STP-Topologieänderungen. Eventtypen werden aus der Portal-Auswahl übernommen.

TROUBLESHOOT <site name>

Siteweite Analyse; im Conversational beziehungsweise API-Kontext die Domäne wired eindeutig festlegen, wenn mehrere Domänen vorhanden sind.

Wired-Ergebnis weiter prüfen

  • Switch und Port eindeutig
  • VLAN und Portprofil wirksam
  • Authentication-/RADIUS-Ergebnis
  • PoE, Link, Speed und Duplex
  • STP-, LAG- und Tabellenereignisse
  • Client-, Switch- und Site-Insights im gleichen Zeitraum

16. Mist-Edge-Abfragen

MQL unterstützt Mist Edges und zugehörige Ereignisse. Juniper dokumentiert Abfragen nach OOBM IP/MAC, Modell, Site, Version, Eventtyp, Tunnel Count und MX-Tunnelstatus.

LIST MistEdges WITH Site <site name>LIST MistEdgeEvents WITH MistEdge <edge name>COUNT MistEdgeEvents WITH Site <site name>RANK MistEdges BY TunnelCount

Weiterhin können APs nach Mist Edge und Up-/Down-Status des L2TPv3-Tunnels gelistet werden. Vom Ergebnis führen Optionen zu Details, Insights, SLEs oder Troubleshooting.

Tunnel Down ist ein Zustand, keine vollständige Ursache: AP-Erreichbarkeit, Edge-Service, Zertifikate, Underlay, MTU, NAT/Firewall und Konfiguration werden entlang des Pfads geprüft.

17. Natürlichsprachliche Abfragen

Der Conversational Assistant versteht natürliche Sprache und kann Rückfragen stellen. Gute Prompts enthalten Absicht, Objekt, Scope, Zeit und gewünschte Evidenz.

ZweckBeispiel
Inventar„How many switches are connected at Site Berlin?“
Sitegesundheit„How is Site Berlin working today?“
Clientfehler„Troubleshoot wireless client <MAC> at Site Berlin during the last two hours.“
Anwendung„Why was the Teams call for client <MAC> bad at 10:15?“
Dokumentation„Show documentation for dynamic packet capture.“
Unhappy Devices„Show unhappy switches at Site Berlin.“

Folgefragen

  • „Which devices and users were impacted?“
  • „What evidence supports this conclusion?“
  • „Show the timeline for the affected client.“
  • „What changed immediately before the issue?“
  • „Which SLE and classifier were affected?“
  • „What is the recommended next step?“

Englische Beispiele sind in der Dokumentation besonders stabil wiederzufinden. Ob und wie deutschsprachige Formulierungen vollständig interpretiert werden, wird in der eigenen Cloudregion praktisch geprüft.

18. Ergebnisse technisch prüfen

1. Objektauflösung
Site, AP, Switch, Edge oder Client wirklich korrekt?
2. Scope
Organization, Site und Netzwerkdomäne passen?
3. Zeitraum
Start, Ende, Zeitzone und Historie korrekt?
4. Datenform
Count, Liste, Ranking, Rate oder aktueller Zustand?
5. Vollständigkeit
Offline-Geräte, Datenlücken, Pagination oder Filter berücksichtigt?
6. Drill-down
SLE, Insights, Event und gegebenenfalls PCAP öffnen.
7. Gegenprobe
Alternativer Zeitraum, anderes Objekt oder ungefilterte Liste vergleichen.
MQL-Ergebnis = selektierte Daten   ≠   automatisch bestätigte Root Cause

19. CSV-Export und Troubleshoot API

MQL-Ergebnisse können laut Juniper als CSV zusammen mit dem Query String heruntergeladen werden. Das verbessert Reproduzierbarkeit und Nachrechnung.

CSV-Dokumentation

  • Query String unverändert sichern
  • Organization/Site und Exportzeit notieren
  • Zeitzone und Duration festhalten
  • Spalten, Einheit, Sortierung und Nullwerte beschreiben
  • personenbezogene Clientdaten angemessen schützen

Troubleshoot API

GET /api/v1/orgs/:org_id/troubleshoot?mac=:device_macGET /api/v1/orgs/:org_id/troubleshoot?site_id=:site_id&type=wired

Für Sites kann type auf wireless, wired oder WAN begrenzen; der dokumentierte Default ist wireless. start und end begrenzen den Zeitraum. Die Antwort kann Problemkategorie, Grund, Beschreibung und Empfehlung enthalten.

API-Sicherheit: Tokens gehören nicht in Schulungsunterlagen, Tickets oder Abfragebeispiele. Sie werden mit Least Privilege verwaltet und regelmäßig erneuert.

20. Drei praxistaugliche Workflows

A. Vom Überblick zum Client

STATUSOF Clients→Top Client→TROUBLESHOOT→Insights/SLE→Evidence

B. Vom Count zu Events

COUNT Events→Event List→betroffene Geräte→Timeline→gemeinsame Ursache

C. Vom Ranking zum Designproblem

RANK→Top Objekte→Normalisierung→Config/Insights→kontrollierter Change

Der Workflow endet nicht mit einem Treffer, sondern mit einer überprüften Ursache und einem messbaren Vorher-/Nachher-Ergebnis.

21. Typische Fehler und Korrekturen

SymptomUrsacheKorrektur
Objekt nicht gefundenName falsch, mehrdeutig oder außerhalb des ScopesSearch/LOCATE, MAC und Site prüfen
keine Folgeschritteungültige Kombination oder fehlende SubscriptionAutovervollständigung ab Query Type neu aufbauen
leeres EventergebnisZeitraum, Eventtyp oder Telemetrie unpassendDuration erweitern und Filter reduzieren
zu viele TrefferSite, AP, Eventtyp oder Zeit fehltkleinsten sinnvollen Scope ergänzen
Ranking wirkt unplausibelAktivität/Exposition nicht normalisiertCount, Clients, Sessions und Zeitraum vergleichen
Conversation missversteht FrageObjekt oder Intent mehrdeutigMAC, Site, Domäne und Zeit explizit nennen
Portal/API weichen abDefault type, Zeitgrenzen oder Objekt-IDidentische Parameter und Zeitzone verwenden
historische Syntax funktioniert nichtMQL-Objekte wurden weiterentwickeltaktuelle Portalvorschläge und Dokumentation nutzen

22. Cheat Sheet

ZielQuery TypeErgebnis
konkrete DatensätzeLISTTabelle mit Entitäten oder Events
Anzahl bestimmenCOUNTMenge passender Treffer
Top-Verursacher/ObjekteRANKsortierte Rangfolge
Root Cause eingrenzenTROUBLESHOOTProblem, Ursache, Details, Empfehlung
problematische ClientsSTATUSOFpriorisierte Clientliste
RoamingwegROAMINGOFgrafische und tabellarische Roamingdaten
KanalauslastungUTILIZATIONOFBand-/Kanalnutzung eines APs
PositionLOCATEKarte/Floorplan und Objektlinks
Prüfungstaugliche Kurzform: Operation → Objekt → Scope → Filter → Zeitraum → Ergebnisdefinition → technische Validierung.

Häufige Fehlannahmen

BehauptungBewertungFachliche Einordnung
„Conversation und MQL sind identisch.“FalschConversation nutzt natürliche Sprache; MQL ist eine strukturierte, geführte Abfragesprache.
„LIST und COUNT liefern dasselbe.“FalschLIST liefert konkrete Treffer, COUNT deren Anzahl.
„Der erste Rang ist automatisch Root Cause.“FalschRanking priorisiert; Aktivität, Nenner und technische Evidenz bleiben zu prüfen.
„Ein leeres Ergebnis beweist, dass nichts geschah.“FalschScope, Zeitraum, Rechte oder Telemetrie können unvollständig sein.
„ROAMINGOF zeigt eine AP-Entscheidung.“FalschDer Client entscheidet grundsätzlich über den Roam.
„UTILIZATIONOF beweist Interferenzursache.“FalschAuslastung muss nach RF-Quelle, Clientverhalten und User Impact aufgelöst werden.
„MQL-Syntax bleibt für immer unverändert.“FalschObjekte und Parameter werden erweitert; Portal-Autovervollständigung ist maßgeblich.
„Die API nutzt automatisch die richtige Domäne.“FalschFür Site-Troubleshooting ist der dokumentierte Default wireless; wired/WAN werden explizit gesetzt.

Merksätze

  1. Die Betriebsfrage bestimmt den Query Type.
  2. LIST zeigt Details, COUNT quantifiziert und RANK priorisiert.
  3. TROUBLESHOOT untersucht ein konkretes Objekt oder eine Site.
  4. Scope und Zeitraum gehören in jede Ereignisabfrage.
  5. Die Autovervollständigung zeigt die aktuell gültige MQL-Struktur.
  6. Ein leerer Treffer ist erst nach Scope- und Datenprüfung aussagekräftig.
  7. Rankings brauchen Nenner und Aktivitätskontext.
  8. Conversation eignet sich zum Eingrenzen, MQL zur reproduzierbaren Auswahl.
  9. Der Query String gehört zum CSV-Nachweis.
  10. Jedes Ergebnis wird in SLEs, Insights oder Events technisch geprüft.

Offizielle Grundlagen

Stand der fachlichen Prüfung: August 2026. MQL-Objekte, Filter, Querytypen, Produktnavigation, Rollen, Subscriptions und API-Parameter können sich ändern. Für produktive Abfragen gelten die aktuell im Portal angebotene Autovervollständigung, die Juniper-Dokumentation und der konkrete Organization-/Site-Scope.