Passives Scanning
Der Client hört auf einem Kanal auf Beacon Frames. Diese werden regelmäßig vom AP ausgesendet und enthalten Fähigkeiten, unterstützte Datenraten, Sicherheitsinformationen und weitere Information Elements.
Wie WLAN-Clients ein Netz finden, einen Access Point auswählen, eine Verbindung aufbauen und bei Bewegung zu einem anderen Access Point wechseln.
| Begriff | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| STA | Station beziehungsweise WLAN-Client | Notebook, Smartphone, Scanner |
| AP | Access Point als Zugang zum Distribution System | Enterprise Access Point |
| SSID | logischer Netzwerkname; keine eindeutige AP-Kennung | Campus-WLAN |
| BSSID | eindeutige Kennung eines Basic Service Set, meist eine Funk-MAC-Adresse | 02:11:22:33:44:55 |
| BSS | eine Funkzelle aus AP und den zugeordneten Stationen | ein AP-Radio mit einer SSID |
| ESS | mehrere verbundene BSS mit derselben SSID und gemeinsamer Mobilitätsdomäne | flächendeckendes Campus-WLAN |
Der Client hört auf einem Kanal auf Beacon Frames. Diese werden regelmäßig vom AP ausgesendet und enthalten Fähigkeiten, unterstützte Datenraten, Sicherheitsinformationen und weitere Information Elements.
Der Client sendet Probe Requests. Geeignete APs antworten mit Probe Responses. Aktives Scanning kann die Erkennung beschleunigen, ist aber abhängig von Band, Kanal und regulatorischen Regeln.
Der Verbindungsaufbau besteht aus mehreren logisch getrennten Vorgängen. Die genaue Abfolge hängt von Sicherheitsverfahren und WLAN-Standard ab.
Die Auswahl des AP und der Zeitpunkt eines normalen Roamings werden grundsätzlich durch die Client-Implementierung bestimmt. Der WLAN-Infrastruktur fehlen meist vollständige Kenntnisse über die clientinternen Schwellenwerte und Prioritäten.
RSSI, SNR, Paketverluste und Schwankungen können berücksichtigt werden.
Band, Kanalbreite, MCS, Spatial Streams und Sicherheitsunterstützung beeinflussen die Auswahl.
Treiber, Betriebssystem, Energieprofil, Anwendung und Herstellerrichtlinien bestimmen Schwellenwerte.
Ein Client kann außerdem bekannte Netze, 5- oder 6-GHz-Bänder, geringe Auslastung oder bestimmte AP-Fähigkeiten bevorzugen. Diese Gewichtung ist nicht universell.
Roaming ist der Wechsel einer assoziierten Station von einer BSSID zu einer anderen BSSID innerhalb eines zusammenhängenden WLAN-Dienstes. Ziel ist, die logische Netzwerkverbindung möglichst unterbrechungsarm fortzuführen.
| Phase | Mögliche Verzögerung | Optimierung |
|---|---|---|
| Scanning | Kanäle suchen und Kandidaten bewerten | Nachbarinformationen, sinnvoller Kanalplan |
| Authentication/Association | Management-Frame-Austausch | gute Überlappung, geringe Frameverluste |
| Enterprise Authentication | EAP- und RADIUS-Kommunikation | Key Caching oder Fast Transition |
| Schlüsselinstallation | Handshake vor geschütztem Datenverkehr | 802.11r beziehungsweise geeignete Schlüsselmechanismen |
| Netzwerkpfad | Weiterleitung muss dem neuen AP folgen | konsistente VLAN-, Tunnel- und Mobility-Architektur |
Viele klassische WLAN-Roaming-Abläufe sind break-before-make: Die bisherige Verbindung wird verlassen, bevor die neue vollständig nutzbar ist. Moderne Multi-Link- und herstellerspezifische Verfahren können andere Abläufe ermöglichen, dürfen aber nicht pauschal für jeden Client vorausgesetzt werden.
| Mechanismus | Aufgabe | Was er nicht garantiert |
|---|---|---|
| 802.11k | Radio Resource Measurement; unter anderem Neighbor Reports zur gezielteren Kandidatensuche | Der Client muss die Empfehlung nicht verwenden und wird nicht zum Roaming gezwungen. |
| 802.11v | Wireless Network Management; BSS Transition Management kann geeignete Ziel-BSSIDs vorschlagen | Eine Transition Request ist grundsätzlich keine Garantie, dass der Client wechselt. |
| 802.11r | Fast BSS Transition; reduziert den Schlüssel- und Authentifizierungsaufwand beim Wechsel | Es löst keine schlechte RF-Abdeckung und bestimmt nicht selbst den Roaming-Zeitpunkt. |
Die Station führt den Fast-Transition-Austausch direkt mit dem Ziel-AP über Funk durch.
Die Station nutzt den aktuellen AP und das Distribution System für Teile des Austauschs mit dem Ziel-AP.
Bei WPA2-Personal wird aus dem PSK und der SSID Schlüsselmaterial abgeleitet. Bei WPA3-Personal verwendet SAE eine passwortbasierte Authentisierung. Beim BSS-Wechsel muss der Client die für den Ziel-AP notwendige Schlüsselbeziehung herstellen beziehungsweise ableiten.
Bei 802.1X/EAP kann eine vollständige erneute EAP-Authentifizierung die Unterbrechung verlängern. Verfahren zur Wiederverwendung oder hierarchischen Ableitung von Schlüsselmaterial verkürzen diesen Weg.
Bereits erzeugtes Schlüsselmaterial kann für eine spätere Rückkehr zu einer bekannten Authenticator-Beziehung genutzt werden.
802.11r erzeugt eine Schlüsselhierarchie innerhalb einer Mobility Domain und reduziert den Austausch beim Ziel-BSS.
Ein Sticky Client hält an einer technisch noch nutzbaren BSSID fest, obwohl ein geeigneterer AP verfügbar wäre. Mögliche Ursachen sind konservative Roaming-Algorithmen, Energiesparfunktionen, unpassende Zellgrößen oder fehlende Informationen über Nachbar-BSS.
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Nächster Nachweis |
|---|---|---|
| Client bleibt lange bei schwachem AP | Clientalgorithmus, Zellgröße, fehlende Kandidaten | Clientlog und Over-the-Air-Mitschnitt |
| Wechsel schnell, Anwendung stockt | Upstream-Pfad, VLAN, ARP/ND, Tunnel oder Anwendung | Paketmitschnitt hinter den APs |
| vollständiges EAP bei jedem Wechsel | Fast-Roaming-Verfahren nicht verwendet | EAPOL- und RADIUS-Ablauf prüfen |
| AP sendet Deauthentication | Policy, Inaktivität, Sicherheit oder Steering | Reason Code und AP-Ereignis korrelieren |
| nur ein Clientmodell betroffen | Treiber, Firmware oder Clientprofil | A/B-Test mit identischem Standort und Dienst |
| Behauptung | Bewertung | Fachliche Einordnung |
|---|---|---|
| „Der Controller entscheidet immer, wann ein Client roamt.“ | Falsch. | Der Client trifft normalerweise die Auswahl. Die Infrastruktur kann informieren, empfehlen oder als letztes Mittel trennen. |
| „Gleiche SSID bedeutet nahtloses Roaming.“ | Falsch. | RF-Design, Sicherheit, Mobility-Pfad, Clientunterstützung und Anwendungstoleranz müssen ebenfalls passen. |
| „802.11r macht die Funkabdeckung besser.“ | Falsch. | 802.11r reduziert Sicherheits- und Schlüssellatenz; es verändert nicht die RF-Abdeckung. |
| „Der AP mit dem höchsten RSSI ist immer der beste.“ | Falsch. | Auslastung, SNR, Fähigkeiten, Band und Clientpräferenzen können wichtiger sein. |
| „Eine neue BSSID erfordert immer eine neue IP-Adresse.“ | Falsch. | Bei Roaming innerhalb desselben logischen Netzes bleibt die IP-Konfiguration normalerweise erhalten. |