Vom Symptom zur bestätigten Ursache

Troubleshooting mit Juniper Mist, Junos CLI und in VRFs

Ein systematischer Deep Dive für Wireless, Switching und Routing: cloudgestützte Analyse, direkte Zustandsprüfung auf Junos-Geräten und konsequente Fehlersuche im richtigen Routing-Kontext.

SLEMarvisInsightsJunos CLIVRFPCAP

01 · Lernziele

Nach dieser Einheit kannst du eine Störung reproduzierbar eingrenzen, Hypothesen technisch prüfen und die Ursache von bloßen Begleiterscheinungen unterscheiden.

Cloud lesen

SLEs, Marvis, Insights, Events und Paketmitschnitte zielgerichtet einsetzen.

CLI verifizieren

Interface-, MAC-, ARP-, Routing- und Forwarding-Zustand getrennt prüfen.

VRF beherrschen

Aktive Tests im richtigen Routing-Kontext und mit definierter Quelladresse ausführen.

Prüfungsgrundsatz: Beobachtung, Hypothese, Test, Ergebnis und Schlussfolgerung werden getrennt dokumentiert.

02 · Die systematische Methodik

1Symptom
2Scope
3Hypothese
4Test
5Ursache
6Nachweis

Das Symptom präzisieren

FrageBeispielWarum relevant?
Wer?Ein Client, VLAN, Standort oder alle Nutzer?Bestimmt den Scope.
Was?Keine Verbindung, langsam, Paketverlust, falscher Pfad?Trennt Control Plane und Data Plane.
Wann?Dauerhaft, periodisch, seit einem Change?Ermöglicht Korrelation.
Wo?AP, Switchport, Site, VRF, WAN-Pfad?Definiert den Beobachtungspunkt.
Womit?SSID, Anwendung, Protokoll, Zieladresse?Verhindert zu breite Tests.
Keine Änderung vor der Messung: Ein Reboot kann das Symptom beseitigen und gleichzeitig die Beweise vernichten. Erst Zustand und Zeitstempel sichern.

03 · Wann Mist, wann CLI?

Mist zuerst

  • Historischer Clientfehler
  • Standort- oder SLE-Trend
  • Roaming-, DHCP- oder Authentisierungsereignis
  • Vergleich vieler Geräte
  • Automatische Korrelation durch Marvis

CLI zuerst

  • Gerät ist von Mist getrennt
  • Lokale Erreichbarkeit oder Portzustand
  • VRF-, RIB- oder FIB-Prüfung
  • Routingprotokoll-Nachbarschaft
  • Exakter Zähler oder Echtzeitzustand
Am stärksten ist die Kombination: Mist lokalisiert Zeit, Nutzer und Fehlerdomäne; die CLI bestätigt den gegenwärtigen Zustand auf dem betroffenen Gerät.

04 · Der Mist-Troubleshooting-Workflow

  1. Richtige Organisation und Site auswählen.
  2. Betroffenen Client, AP, Switch oder WAN Edge identifizieren.
  3. Zeitraum so eng wie möglich setzen.
  4. SLE-Ausfallursache und betroffene Nutzerzahl prüfen.
  5. Marvis-Abfrage oder Troubleshoot-Ansicht verwenden.
  6. Insights-Timeline öffnen und Events korrelieren.
  7. Vorhandene dynamische PCAP herunterladen oder gezielten Mitschnitt starten.
  8. Geräte-Utilities oder Remote Shell zur Verifikation einsetzen.
  9. Ergebnis gegen Client-, Server- oder Upstream-Sicht prüfen.
Marvis-Beispiele: TROUBLESHOOT <client/site/AP>, TROUBLESHOOT <site> WITH Problem UnableToConnect oder mit einem definierten Zeitraum. Verfügbare Formulierungen hängen von Lizenz und aktueller Mist-Funktion ab.

05 · SLEs und Marvis richtig interpretieren

SLE

Zeigt, welche Service-Erwartung verletzt wurde und wie groß der betroffene Anteil ist.

Classifier

Grenzt die technische Fehlerkategorie ein, etwa DHCP, Authentisierung, Kapazität oder Abdeckung.

Marvis

Korreliert Signale, priorisiert mögliche Ursachen und verlinkt auf weitere Belege.

Interpretationsregel

Ein SLE-Verstoß ist zunächst eine messbare Abweichung. Der Classifier ist ein Hinweis auf die Fehlerdomäne. Erst der Drill-down auf Events, Paketfluss und Infrastrukturzustand bestätigt die Ursache.

Fehlschluss: „DHCP ist als Classifier sichtbar“ bedeutet nicht automatisch „der DHCP-Server ist defekt“. VLAN-Transport, Relay, VRF-Route, Firewall und Antwortpfad können dasselbe Symptom erzeugen.

06 · Insights, Events und Paketmitschnitte

Client Insights liefert eine zeitliche Folge positiver, neutraler und negativer Ereignisse. Bei bestimmten Verbindungsfehlern hält Mist automatisch einen kurzen dynamischen Paketmitschnitt vor; ein Büroklammer-Symbol kennzeichnet verfügbare Captures.

Dynamische PCAP

Wird bei bestimmten Anomalien automatisch ausgelöst, beispielsweise DHCP Timeout, DHCP Denied oder DHCP Terminated.

Manuelle PCAP

Unter Site > Packet Captures nach Client, WLAN, AP, Band oder Schnittstelle eingrenzen. Erweiterte Filter verwenden tcpdump-Syntax.

PCAP-Auswertung in Schichten

  1. Ist das erwartete Paket überhaupt vorhanden?
  2. Stimmen Quell-/Ziel-MAC und VLAN-Kontext?
  3. Stimmen Quell-/Ziel-IP und Transaktion?
  4. Kommt eine Antwort zurück?
  5. Sind Retransmissions, Rejects, NAKs oder Timeouts sichtbar?
  6. Passt der Zeitstempel zu Mist Events und Infrastrukturlogs?
Datenschutz: Juniper beschreibt, dass Mist keine Payload-Daten aus Packet Captures sammelt oder speichert. Heruntergeladene PCAP-Dateien können dennoch sensible Metadaten enthalten und müssen geschützt werden.

07 · Mist Utilities und Remote Shell

ObjektWerkzeugNutzenGrenze
APPing, Traceroute, ARPErreichbarkeit aus Sicht des AP prüfenKein Client-Pfadbeweis
SwitchPing mit optionaler VRFTest im Default-Kontext oder einer VRFQuellwahl und Plattform beachten
SwitchRemote ShellJunos CLI ohne separaten SSH-WegCloud-Verbindung erforderlich
SwitchSend Switch Log to MistRSI, messages, PHC- und Cloud-Logs an SupportDatenschutz und Supportzweck prüfen
GerätReboot/UpgradeAdministrative MaßnahmeKein Diagnosewerkzeug; Change-Verfahren nötig
Testquelle beachten: Ein Ping vom AP oder Switch beweist nur die Erreichbarkeit aus dessen eigener Quelladresse und Routingtabelle. Er ersetzt keinen Test aus dem betroffenen Client-VLAN.

08 · CLI-Baseline: erst lesen, dann eingrenzen

# Identität, Zeit und Software show system uptime show version show chassis hardware # Alarme und letzte Meldungen show system alarms show chassis alarms show log messages | last 100 # Konfiguration und letzte Commits show configuration | display set | no-more show system commit

Die Baseline erklärt, ob ein Hardwarealarm, Neustart, Softwarewechsel oder Konfigurations-Commit zeitlich zum Symptom passt. Große Ausgaben mit Filtern wie match, except, find oder last begrenzen.

Zugangsschutz: CLI-Ausgaben können Secrets, Community Strings, Benutzerinformationen oder öffentliche IP-Adressen enthalten. Vor Weitergabe redigieren.

09 · Layer 1 und Layer 2

# Link, Adresse und Fehlerzähler show interfaces terse show interfaces ge-0/0/10 extensive show interfaces diagnostics optics ge-0/0/10 # Switching, VLAN und Nachbarn show vlans show ethernet-switching table interface ge-0/0/10 show ethernet-switching table | match aa:bb:cc:dd:ee:ff show lldp neighbors interface ge-0/0/10 show spanning-tree interface ge-0/0/10

Layer-1-Indizien

Link-Flaps, CRC-/FCS-Fehler, Drops, optische Pegel, Duplex-/Speed-Abweichung und instabile Stromversorgung.

Layer-2-Indizien

Falsches VLAN, fehlende MAC, MAC Move, STP Blocking, LAG-Inkonsistenz oder falsche Native-VLAN-Annahme.

Plattformabhängigkeit: Syntax und verfügbare Felder unterscheiden sich nach EX/QFX-Modell, ELS, Junos OS und Junos OS Evolved. Mit ? und der CLI-Referenz der eingesetzten Version prüfen.

10 · Layer 3: ARP, Route und aktiver Test

# Nachbarschaft und Route show arp no-resolve show route 192.0.2.25 exact show route 192.0.2.25 extensive show route forwarding-table destination 192.0.2.25 # Kontrollierter aktiver Test ping 192.0.2.25 count 5 source 192.0.2.1 traceroute 192.0.2.25 no-resolve source 192.0.2.1

RIB ist nicht FIB

Die Routing Information Base enthält gelernte und ausgewählte Routen. Die Forwarding Information Base enthält den zur Weiterleitung verwendeten Zustand. Eine aktive Route in der RIB sollte deshalb bei Forwarding-Problemen gegen die Forwarding Table geprüft werden.

Ping beweist nur begrenzt: Erfolg bestätigt ICMP-Erreichbarkeit zwischen gewählter Quelle und Ziel. Er beweist weder Anwendungsfunktion noch symmetrischen Pfad für andere Quellen oder Protokolle.

11 · VRF-Grundlagen für Troubleshooter

Eine VRF beziehungsweise Junos routing instance schafft einen separaten Routing-Kontext. Interfaces, Routingtabellen, Protokolle, Import-/Exportregeln und Forwarding-Zustand müssen deshalb innerhalb dieses Kontexts geprüft werden.

BegriffBedeutungBeispiel
Routing InstanceLogischer RoutingkontextCUST-A
Instance TypeVerhalten, z. B. vrf oder virtual-routerinstance-type vrf
RIBRoutingtabelle der InstanzCUST-A.inet.0
Interface-BindungOrdnet logisches Interface der Instanz zuirb.120
RDUnterscheidet VPNv4/VPNv6-Routen65000:120
Route TargetSteuert VPN-Import und -Exporttarget:65000:120
Kontextfehler: show route 10.10.10.0/24 prüft standardmäßig den Default-Routingkontext. Für eine VRF muss die zugehörige Tabelle oder Routing Instance angegeben werden.

12 · VRF-Troubleshooting – Schritt für Schritt

1. Existenz und Zustand
show route instance show route instance CUST-A detail
2. Interface-Zuordnung
show interfaces routing-instance CUST-A terse show configuration routing-instances CUST-A | display set
3. VRF-RIB
show route table CUST-A.inet.0 show route table CUST-A.inet.0 203.0.113.0/24 exact extensive
4. Nachbar und Data Plane
show arp routing-instance CUST-A no-resolve show route forwarding-table table CUST-A.inet destination 203.0.113.25
5. Aktiver Test im Kontext
ping 203.0.113.25 routing-instance CUST-A source 192.0.2.1 count 5 traceroute 203.0.113.25 routing-instance CUST-A source 192.0.2.1 no-resolve
Syntax prüfen: Tabellenname und Forwarding-Table-Bezeichnung können je Instanztyp, Adressfamilie, Plattform und Release abweichen. Erst mit show route instance detail die tatsächlichen Tabellen ermitteln.

13 · Route, Next Hop und Forwarding-Kette

1Präfix gelernt?
2Route aktiv?
3Next Hop aufgelöst?
4FIB programmiert?
5ARP/MAC vorhanden?
6Rückweg korrekt?

Hidden Routes

show route table CUST-A.inet.0 hidden show route table CUST-A.inet.0 203.0.113.0/24 extensive

Eine Route kann vorhanden, aber nicht aktiv sein – etwa wegen nicht auflösbarem Next Hop, Policy, Präferenz oder ungültigem Attribut. extensive liefert die Begründungsindizien; die tatsächliche Ursache muss aus Protokoll- und Policy-Kontext bestätigt werden.

14 · Routingprotokolle innerhalb der VRF

ProtokollNachbarschaftRoutenprüfungTypische Ursache
BGPshow bgp summary instance CUST-Ashow route receive-protocol bgp <peer> table CUST-A.inet.0AS, Policy, Auth, Next Hop, AFI/SAFI
OSPFshow ospf neighbor instance CUST-Ashow ospf database instance CUST-AArea, MTU, Timer, Auth, Netztyp
StaticKeine Nachbarschaftshow route protocol static table CUST-A.inet.0Next Hop nicht auflösbar
EVPN/L3VPNshow bgp summaryshow route table bgp.l3vpn.0RD/RT, Import/Export, Label, Overlay
Befehlskompatibilität: Die genaue Position von instance und table ist nicht über alle Junos-Versionen identisch. Die Befehlszeile mit ? vervollständigen und die Referenz für die installierte Version verwenden.

15 · DHCP, DNS und AAA über VRF-Grenzen

DHCP

Client-Broadcast, VLAN, Relay, Helper-Ziel, VRF-Route zum Server und Rückroute zum Relay prüfen.

DNS

Namensauflösung aus passender Quelle testen. Ein Ping auf IP trennt DNS von genereller IP-Erreichbarkeit.

AAA

RADIUS/TACACS-Quelladresse, VRF, Firewall, Shared Secret, Zertifikat und Zeitbasis prüfen.

# Beispiele – Verfügbarkeit ist plattform-/releaseabhängig show dhcp relay statistics show dhcp relay binding show log messages | match "DHCP|RADIUS|TACACS" show configuration forwarding-options dhcp-relay | display set show configuration access | display set
Typischer Rückwegfehler: Die Anfrage erreicht den Server, dessen Antwort wird aber in eine andere Tabelle oder zum falschen Quellnetz geroutet. Deshalb beide Richtungen und die tatsächlich verwendete Quelladresse prüfen.

16 · MTU, Fragmentierung und asymmetrische Pfade

Kleine Pings können funktionieren, während Anwendungen mit größeren Paketen scheitern. Mit definiertem DF-Bit und schrittweise veränderter Größe lässt sich ein Path-MTU-Problem eingrenzen.

ping 203.0.113.25 routing-instance CUST-A source 192.0.2.1 count 5 size 1400 do-not-fragment traceroute 203.0.113.25 routing-instance CUST-A source 192.0.2.1 no-resolve
Rechnung: Die angegebene Ping-Größe und die resultierende IP-Paketgröße sind nicht dasselbe. Juniper dokumentiert für IPv4 standardmäßig 56 Byte Nutzdaten plus 8 Byte ICMP-Header; zusätzlich kommt der IP-Header. Plattform und IPv6-Verhalten beachten.

Asymmetrie

Traceroute zeigt primär den Hinweg der Probes. Der Rückweg kann anders verlaufen und durch Stateful Firewalls, uRPF oder Policy eingeschränkt werden. Gegenmessung vom Ziel beziehungsweise aus der Gegen-VRF ist erforderlich.

17 · Wenn der Switch Mist als „Disconnected“ zeigt

  1. Lokale Erreichbarkeit und Stromversorgung bestätigen.
  2. show interfaces terse: Management-/IRB-Adresse vorhanden?
  3. Default Route beziehungsweise Route zur Mist Cloud prüfen.
  4. DNS und NTP kontrollieren.
  5. Firewall/Proxy für erforderliche Cloud-Ziele und Ports prüfen.
  6. PHC-/Phone-Home-Status und Logs auswerten.
  7. Unterstützte Junos-Version und ZTP-/Adoption-Voraussetzungen prüfen.
  8. Erst danach Recovery Snapshot, Reconnect, Upgrade oder Reboot erwägen.
show interfaces terse show route 0.0.0.0/0 show system name-server show ntp associations show log messages | match "phone|mist|dns|ntp|ssl|tls"
Management-VRF: Liegt Cloud-Konnektivität in einer separaten Management-Instanz, müssen DNS, NTP, Default Route und Firewall aus genau diesem Kontext geprüft werden. Junos OS Evolved unterstützt bei bestimmten aktiven Befehlen nur mgmt_junos; die aktuelle CLI-Hilfe ist maßgeblich.

18 · Praxisfälle

Fall A: Client erhält keine IP-Adresse
  1. Mist: Client Events und DHCP-Classifier prüfen.
  2. Dynamische PCAP: Discover, Offer, Request, ACK/NAK zuordnen.
  3. Switch: MAC im erwarteten VLAN und Port prüfen.
  4. Gateway/Relay: IRB, DHCP Relay und VRF kontrollieren.
  5. VRF-RIB: Route zum DHCP-Server und Rückroute bestätigen.
  6. Server-/Firewall-Logs mit Transaktionszeit abgleichen.
Fall B: Nur ein Ziel in einer VRF ist nicht erreichbar
  1. Route exakt in <VRF>.inet.0 prüfen.
  2. Aktiv/hidden und Next-Hop-Auflösung untersuchen.
  3. FIB-Eintrag kontrollieren.
  4. Ping mit Routing Instance und definierter Quelle.
  5. Traceroute und Gegenrichtung prüfen.
  6. Policy/Firewall erst nach belegtem Pfad untersuchen.
Fall C: Mist sieht den Switch nicht, lokal funktioniert er
  1. Management-IP, Default Route, DNS und NTP lokal prüfen.
  2. Cloudpfad aus richtiger Management-VRF testen.
  3. PHC- und TLS-bezogene Logs untersuchen.
  4. Firewall/Proxy und Zertifikatszeit prüfen.
  5. Logs sichern; erst dann invasive Maßnahmen.
Fall D: WLAN funktioniert, Anwendung ist langsam
  1. SLEs für Verbindung und Durchsatz prüfen.
  2. RF, Retries und Roaming gegen Anwendungszeit korrelieren.
  3. IP-Pfad, DNS, WAN und Serverlatenz getrennt messen.
  4. Mit PCAP Retransmissions und Antwortzeiten lokalisieren.
  5. Keine Funkursache behaupten, wenn die Verzögerung hinter dem Gateway entsteht.

19 · Beweissicherung und Ticketqualität

Mindestens dokumentieren

  • UTC- und lokale Zeit
  • Org, Site, Gerät, Interface, VRF
  • Client-/Zieladresse
  • Software-/Firmwareversion
  • Filter und Zeitraum
  • Befehl samt Ausgabe
  • Hypothese und Ergebnis

Vor Support-Upload

  • Personendaten minimieren
  • Secrets entfernen
  • PCAP-Inhalt bewerten
  • Geschäftliche Freigabe beachten
  • Reproduktionsschritte ergänzen
  • Topologieausschnitt beilegen
Guter Befund: „Am 12.08.2026 um 09:14 CEST fehlte in VRF CUST-A die Route 203.0.113.0/24. Die Route war in inet.0 vorhanden. Ein Ping aus inet.0 war daher erfolgreich, derselbe Test mit routing-instance CUST-A meldete keine Route. Ursache: fehlender VRF-Import; nach freigegebenem Policy-Change war Route und FIB-Eintrag vorhanden.“

20 · Sichere Änderungen und Rückfallplan

AktionRisikoSichere Vorgehensweise
MAC/ARP löschenKurzzeitiger Trafficverlust; Ursache verdecktEintrag vorher sichern, Scope exakt begrenzen
Interface deaktivierenAusfall aller Nutzer am Port/LAGAbhängigkeiten und Redundanz prüfen
Routingprozess neu startenKonvergenz und breiter AusfallNur nach Change-Freigabe und Ursachenbeleg
Switch/AP rebootenKompletter Dienstausfall, volatile Daten wegLogs sichern, Wartungsfenster, Rückfallplan
Policy ändernRoute Leak oder Blackholecommit check, Diff, Peer Review, commit confirmed
# Vor einer freigegebenen Konfigurationsänderung show | compare commit check commit confirmed 5 # Nach erfolgreicher Verifikation dauerhaft bestätigen commit
Wichtig: commit confirmed ist kein Ersatz für Backup, Change-Freigabe und Rückfallplan. Verhalten und Unterstützung auf der eingesetzten Plattform vorab prüfen.

21 · Kompakte Befehlsreferenz

ZweckBefehlBeweist
Instanzenshow route instance detailExistenz, Typ, Interfaces, Tabellen
VRF-Interfacesshow interfaces routing-instance NAME terseInterface-Zuordnung und Zustand
VRF-RIBshow route table NAME.inet.0Routingzustand der Instanz
Hiddenshow route table NAME.inet.0 hiddenNicht aktive Kandidaten
VRF-Pingping ZIEL routing-instance NAME source QUELLE count 5ICMP aus definiertem Kontext
VRF-Tracetraceroute ZIEL routing-instance NAME source QUELLE no-resolveBeobachtbarer Probe-Hinweg
FIBshow route forwarding-tableRE-Forwardingzustand
Interfaceshow interfaces IFACE extensiveLinkzustand und Zähler
MACshow ethernet-switching tableGelernter L2-Pfad
ARPshow arp no-resolveIPv4-Nachbarauflösung
Logsshow log messages | last 100Protokollierte Ereignisse

Die Tabelle ist ein Arbeitsgerüst, keine universelle Garantie. Befehlsoptionen anhand von Plattform, Junos-Familie und Release prüfen.

22 · Offizielle Quellen

Fachlich geprüft im August 2026. Für produktive Arbeiten sind Feature Explorer, Release Notes und CLI-Referenz der tatsächlich installierten Version maßgeblich.

Merksatz: Prüfe immer aus der Perspektive des betroffenen Verkehrs – auf dem richtigen Gerät, im richtigen VLAN, in der richtigen VRF und mit der richtigen Quelle.